Pfälzischer Merkur
Mit Mouse und EMU Englisch lernen
Manfred Gantner erstellte ein Lernprogramm für Computer-Nutzer - Erfolge auf Fachmessen
"Sicherlich war es ein großer Vorteil, daß ich tagtäglich unterrichte und deshalb die Probleme der Schüler beim Lernen genau kenne." Manfred Gantner hat ein multimediales English-Lernprogramm auf CD-ROM entwickelt, das jetzt auf der CeBIT in Hannover vorgestellt wurde.
Mit dem Computer erledigt der Fachleiter Englisch am Homburger Gymnasium Johanneum schon seit Jahren praktisch alle anfallenden Arbeiten, genau wie die meisten seiner Berufskollegen auch. "Klassenarbeiten und Auswertungen erstelle ich immer per Computer" - keine Frage, mit der Arbeit am PC ist der Irland-Fan vertraut. Vor knapp zwei Jahren allerdings eröffnete sich dem Lehrer die Chance, einmal nicht auf die Hilfe bereits auf dem Markt erhältlicher Programme zurückzugreifen, sondern es selbst ein Englisch-Lernprogramm zu erstellen. Ohnehin nicht immer zufrieden mit den existierenden Lehrmitteln, kam diese Anfrage gerade recht. Im Rahmen eines Projektes mit der Saarbrücker Software-Firma EUROKEY sollte ein Programm für Schüler im zwei
ten oder dritten Lernjahr ausgearbeitet werden.
"Unser Ziel war es, ein lehrbuchunabhängiges Programm auf den Markt zu bringen, das den Benutzer animiert, selbstständig und effektiv zu lernen". Ganz klar, daß der Gymnasiallehrer alle seine eigenen Erfahrungen und natürlich die seiner Kollegen aus der Schulpraxis mit einbrachte. "Nach knapp einjähriger Entwicklungszeit war die geplante DOS-Version soweit fertig, doch Window 95 funkte uns kräftig dazwischen", schildert der Englisch- und Sportlehrer den Grund für die Verzögerung um ein weiteres Jahr, bis das Programm mit dem Namen EMU (English Multiple Usage) veröffentlicht wurde. Diese Zeit nutzten Autor und Software-Firma jedoch nicht nur dazu, den Sprachkurs umzuprogrammieren. Vielmehr habe man die damalige Version überarbeitet und nicht nur im Bezug auf die praktische Windows-Benutzeroberfläche attraktiver gestaltet. EMU ermöglicht den Lernenden nach wie vor, anhand authentischer Texte und abwechslungsreichen Grammatik-übungen das Lese-und Hörverstehen zu verbessern.
Zudem verfügt das Lernprogramm allerdings nun auch über ein "Sprachlabor", das ein individuelles Sprechtraining ermöglicht. Skurile Videosequenzen und ein "Joke" am Ende jeder erfolgreich absolvierten Übungseinheit runden das Englisch-Programm ab. Und wer trotz alledem den Durchblick verliert, der kann immer noch auf das Comic-Emu zählen; unkompliziert hilft es durch den "Englisch-Dschungel" auf den rechten Lehrpfad.
"In der Entwicklungsphase haben Schüler aus unserer Oberstufe immer wieder einzelne Übungen getestet, und mit wachsender Begeisterung wurde ich auf Fehler hingewiesen", berichtet Manfred Gantner von den vielseitigen Tests, die sein Erstlingswerk durchlief. Nicht zuletzt dank derartiger Unterstützung konnte es sich der Autor ab und an mal leisten, den Platz vor dem Bildschirm gegen die Bühne der schuleigenen Theater-Werkstatt einzutauschen. "Doch in der heißen Phase war auch mit einem kleinen Fußballspiel nichts mehr drin". Bis zu sechs Stunden verbrachte der Lehrer gegen Ende vor dem Rechner - "für die Familie blieb da kaum noch Zeit". Das EMU-Lernprogramm wurde nach der Didacta auch auf der CeBIT vorgestellt und stieß auf durchweg positive Resonanz."
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